Sonntag, 30. Oktober 2011

Was im Oktober geschah

Da ich diesen Monat meistens keine Zeit und sehr oft keine Inspiration hatte, zu bloggen, gibt es jetzt einen Schnelldurchlauf.

Anfang Oktober
Frankfurt, meine Perle - 3 Tage in der alten Heimat. 2 Eindrücke aus der ersten Stunde:

Reingefahren über Messe, über die Bockenheimer Landstraße auf die Alte Oper zu (links im Bild). Strahlender Sonnenschein. Schöner kann man in Frankfurt nicht ankommen.

Und besser als mit einem Glas Äppler kann man ein wunderschönes Wochenende, an dem 28°C vorhergesagt sind, nicht starten.
























Irgendwann danach haben wir hier in Düsseldorf in der Birkenstraße einen Bürgersteig bekommen. Er ist breit, aber leider immer noch nicht wirklich gut begehbar, da er meistens (morgens) mit Bauarbeitern, Maschinen und sonstigem Bauzeugs vollgestllt ist und sonst (abends) noch jede Menge Sand und Rampen und Baustellenzubehör usw. da abgestellt sind. Was mir ganz besonders Angst macht, ist das jetzt auch eins dieser Containerhäuser an der Straßenecke rumsteht. Wird das ganze Theater noch so lange dauern, dass die Bauarbeiter jetzt sogar hier in der Straße sesshaft werden???

Mitte Oktober
Dann kam die obligatorische Herbsterkältung - doch arbeiten musste ich leider trotzdem, da gerade höllisch viel los war. Immerhin durfte ich am Wochenende zu Hause bleiben. Viele Kollegen dagegen nicht. So ist das, wenn man seine Seele an die Werbung verkauft hat.

Ende Oktober





Das letzte Wochenende war dann wieder schön, denn ich war noch einmal 3 Tage in Frankfurt. Mein Cousinchen Sandra hatte ihren Junggesellinnenabschied. Die Zugtickets und das Hotel hatte ich schon gebucht, das Wetter war sonnig - doch satte 25°C weniger als beim Frankfurt-Besuch 3 Wochen zuvor. Den Donnerstag vor dem Fun-Tag hatte ich mir auch frei genommen, da ich noch etwas Wichtiges zu tun hatte: Die zu verabschiedende Junggesellin Sandra sollte ein Supergirl-Cape, mit dem Super-Sandra-S bekommen. Aber nicht irgendeinen Billig-Scheiß vom Kostümversand, sondern ein exklusiv für sie genähtes Stück.Voilà:






Und die Hen Night selbst? Ja, die war natürlich geil - aber: What happens in Frankfurt, stays in Frankfurt. Nur so viel: Ich war erst Samstag Abend etwa ab 19/20 Uhr wieder fit. Nur der Gedanke an Alkohol war da immer noch nicht zugelassen, da auch zu dem Zeitpunkt noch Würgreiz-verursachend.

Prost.

Montag, 26. September 2011

Marie-Luise Kaschnitz: Das Interview

Wenn er kommt, der Besucher,
Der Neugierige und dich fragt,
Dann bekenne ihm, daß du keine Briefmarken sammelst,
Keine farbigen Aufnahmen machst,
Keine Kakteen züchtest.
Daß du kein Haus hast,
Keinen Fernsehapparat,
Keine Zimmerlinde.
Daß du nicht weißt,
Warum du dich hinsetzt und schreibst,
Unwillig, weil es dir kein Vergnügen macht.
Daß du den Sinn deines Lebens immer noch nicht Herausgefunden hast, obwohl du schon alt bist.
Daß du geliebt hast, aber unzureichend,
Daß du gekämpft hast, aber mit zaghaften Armen.
Daß du an vielen Orten zu Hause warst,
Aber ein Heimatrecht hast an keinem.
Daß du dich nach dem Tode sehnst und ihn fürchtest.
Daß du kein Beispiel geben kannst als dieses:
Immer noch offen.

Donnerstag, 15. September 2011

Neuer Zettel in Flingern

Ich hatte euch ja schon in dem Beitrag "Heute schon gefingert?" erzählt, dass hier im Haus ständig neue Ankündigungen neben der Klingelanlage hängen. Seit Montag hängt dort ein neuer Zettel und schon als ich ihn aus 20 m Entfernung da hängen sah, wusste ich, das kann nichts Gutes sein. Da wir nun schon seit einer Woche keinen Bürgersteig mehr haben, soll uns am nächsten Montag auch noch das Wasser abgedreht werden. Das soll natürlich "schnellst möglich" wieder laufen, doch ahne ich Schlimmes. In diesen 2,5 Monaten in Düsseldorf haben schon zwei beunruhigende Meldungen im Radio mein Vertrauen an die Düsseldorfer Bauherren ordentlich zum Erschüttern gebracht: Die Pflasterstein-Affäre in der Düsseldorfer Altstadt und die einfach mal so herausfallenden und abstürzenden Fenster des Hochhauses GAP 15 . Die Tatsache, dass jeden Tag ein bisschen mehr Sand, Schlamm. Kies und Schutt sowie ein bisschen weniger Pflaster vor unserer Tür ist, macht mich mächtig nervös. Die feineren Schuhe hab eich erst einmal weggepackt, das kann ich den armen Dingern jetzt wirklich nicht antun. Aber so langsam tun mir selbst die ausgelatschten Turnschuhe leid. Ergo: Wir sprechen hier von bosnischen Zuständen.

Hier sind ein paar Eindrücke. Zunächst die, von vor etwa 2 Wochen:

So ziemlich auf der Höhe der orange-gelben Höllenmaschinen ist unser nettes ruhiges Zuhause:



Und hier unser Bürgersteig, wie er mal war:

 

Seit einer Woche sieht er nämlich so aus:

    



Und nun soll also am Montag das Wasser abgestellt werden. Ob ich jetzt schon langsam die Shampoos, Duschgels und Seifen auch mal wegpacken kann? Ein kleiner Trost: In diesem Teil der Birkenstraße ist Gammellook ziemlich in.



Mittwoch, 14. September 2011

Besitzt du eine stark vibrierende elektrische Zahnbürste...

... und ein Waschbecken, das zufällig neben der Kloschüssel eingebaut ist, dann lässt du beim Zähneputzen lieber immer den Klodeckel zu! Das lernst du an einem Tag, an dem dir die von Zahnpasta und Wasser glitschig gewordene elektrische Zahnbürste aus der Hand gleitet und nach einem gescheiterten Auffangversuch kopfüber in der Kloschüssel landet. Dieses gestern erworbene Wissen wollte ich euch nicht vorenthalten.

Sonst war gestern ein echt guter Tag.  Das bisschen Baustelle vor der Haustür konnte ich locker wegstecken, über die Sache mit der neuen vibrierenden Klobürste konnte ich lachen - und das alles, weil ich am Abend zuvor einen richtig guten Nählauf hatte. Ich kam von der Arbeit nach Hause, fand in der Post eine Bio-Tasche vom dm markt und hatte sogleich die Eingebung, dass es an der Zeit war, den schönen Cord, den ich vor 2 Wochen gekauft hatte, zu einer Tasche zu verarbeiten. Und ich legte los. Um ca. 00:50 war die Tasche fertig. Und ein paar Stunden später bei DaWanda, wo sie sehr gut ankam und schon nach wenigen Stunden meine persönlichen Statistik-Rekorde brach. Zum ersten Mal haben auch Kunden angefragt, die nicht zu meinem Familien- und Freundes-/Bekanntenkreis gehören. Und das war natürlich ein echt schönes Gefühl!

Die original alien City Flower



Abends war dann das 2. Treffen unserer Düsseldorfer facebook-Gruppe. Diesmal waren leider nicht ganz so viele Leute da. Die Champions League dürfte die meisten Männer ferngehalten haben, einige mussten arbeiten etc. Doch die kleine party of 12 hatte auch einen großen Vorteil: Man konnte sich mit allen unterhalten. So habe ich auch einige Mädels besser kennengelernt, die ich letzte Woche nur am Rande wahrgenommen hatte, da sie zu weit weg saßen.

Und die KW 37 hat noch was Gutes für mich mitgebracht: Mein erster komplett von mir getexteter Funkspot ist on air. Jetzt habe ich ihn schon an drei Morgen in Folge gehört. Ja. Auch ein gutes Gefühl. Bis auf den Sprecher, der meinen Text ziemlich nervig gesprochen hat.

Mittwoch, 7. September 2011

You'll know it when you've been "lotterized"!

Es ist passiert. Gestern Abend haben Chris und ich in einer richtig netten Runde geflingert (na, richtig gelesen?). Nebenan im "Lotte", mit lauter Fremden. Na gut, fast.

Eine Kollegin hat vor etwa 2 Wochen auf facebook eine Gruppe gegründet für alle, die entweder neu in der Stadt sind und Anschluss suchen oder aber einfach mal gern mit neuen Leuten was trinken gehen wollen in Düsseldorf. Ich nenn den exakten Gruppennamen hier mal bewusst nicht - wer sie sucht und braucht, wird sie auch finden.

Ich glaube, nicht nur die Gründerin musste staunen als gestern tatsächlich alle, die zugesagt hatten, auch erschienen - und sogar noch ein paar mehr! Ich hatte irgendwie angenommen, es würden Freunde der Gründerin und Freunde/Bekannte dieser Freunde kommen. Es waren aber auch einige da, die die Gruppe einfach bei facebook gefunden und sich ihr angeschlossen haben. Nach dem Prinzip "Fits. Join."

So saßen gestern knapp 30 Leute unterschiedlichster Herkunft, aus den unterschiedlichsten Branchen, mit den unterschiedlichsten Interessen zusammen. Und sie harmonierten! Ab und zu erinnerte das an Speeddating: man tauschte Sitzplätze, um auch ein wenig mit denen zu plaudern, die weiter weg saßen. Das nächste Mal muss auch ich ein bisschen mehr 'wandern'. Dennoch, gut die Hälfte der Leute habe ich schon mal kennenlernen können! Nach dem gestrigen Erfolg, kann ich dieses Konzept wirklich nur loben. Ein so bunter Haufen wäre wahrscheinlich sonst nie zustande gekommen. Schade wär's gewesen.

Und wenn man mit netten Leuten in einer gemütlcihen Kneipe Killepitsch trinkt, dann lächelt auch Düsseldorf einem zu und man wagt für einen Augenblick, daran zu glauben, dass sich hinter der unterkühlten Fassade ein feuchtfröhlicher Freund versteckt. Oder so.


Nachtrag: Ich sehe gerade, die Gründerin und Profi-Socializerin hat in ihrem Blog auch einen Beitrag über die Gruppe (vor dem Treffen) verfasst. Hier lesen.

Montag, 29. August 2011

Andrew Marvell: To His Coy Mistress (17th ct.)

Had we but world enough, and time,
This coyness, lady, were no crime.
We would sit down and think which way
To walk, and pass our long love's day;
Thou by the Indian Ganges' side
Shouldst rubies find; I by the tide
Of Humber would complain. I would
Love you ten years before the Flood;
And you should, if you please, refuse
Till the conversion of the Jews.
My vegetable love should grow
Vaster than empires, and more slow.
An hundred years should go to praise
Thine eyes, and on thy forehead gaze;
Two hundred to adore each breast,
But thirty thousand to the rest;
An age at least to every part,
And the last age should show your heart.
For, lady, you deserve this state,
Nor would I love at lower rate.

But at my back I always hear
Time's winged chariot hurrying near;
And yonder all before us lie
Deserts of vast eternity.
Thy beauty shall no more be found,
Nor, in thy marble vault, shall sound
My echoing song; then worms shall try
That long preserv'd virginity,
And your quaint honour turn to dust,
And into ashes all my lust.
The grave's a fine and private place,
But none I think do there embrace.

Now therefore, while the youthful hue
Sits on thy skin like morning dew,
And while thy willing soul transpires
At every pore with instant fires,
Now let us sport us while we may;
And now, like am'rous birds of prey,
Rather at once our time devour,
Than languish in his slow-chapp'd power.
Let us roll all our strength, and all
Our sweetness, up into one ball;
And tear our pleasures with rough strife
Thorough the iron gates of life.
Thus, though we cannot make our sun
Stand still, yet we will make him run.

Dienstag, 23. August 2011

Roots or routes?

Wir sind keine Inseln. Als Inseln versänken wir doch nur.  

Ich verrate euch mal etwas Freakiges. Vor einigen Tagen, hatte ich eine ziemlich dunkle Vision: Ich sah plötzlich alle Menschen, die mir nahe stehen, überschattet von und gefangen in Einsamkeit. Außer ihrer Einsamkeit konnte ich weder etwas Anderes mehr sehen noch fühlen. Und weil mich mit den betroffenen Menschen tiefe Gefühle, teilweise sogar eine Art Seelenverwandschaft verbindet, tat mir diese Vision so weh, dass ich tatsächlich weinen musste.

Gerade seit ich von Frankfurt nach Düsseldorf gezogen bin, ist mir klar, wie wichtig es ist, jemanden zu haben, mit dem man den Alltag, die höchst genialen und die entzückend banalen Gedanken, die Gefühle teilt. Jemanden zum Anfassen und Umarmen, jemanden, der uns verwurzelt! In der Uni hatten mir Cultural Studies Seminare zumindest beigebracht, dass gerade bei Menschen mit 'Migrationshintergrund' ein Gefühl der Entwurzelung nicht ungewöhnlich ist. Aber ich hatte für mich schon längst anders entschieden. Das Englische "to put down roots", das die Langsamkeit des Prozesses besser verbildlicht als das Deutsche "Wurzeln schlagen", sah ich als eine Befähigung: Ich entscheide mich dafür, hier zu sein, hierher zu gehören. Wie könnte ich dann entwurzelt sein? Nein, das betraf mich nicht.

Das erste Mal als ich über die Einsamkeit des Einzelnen in der heutigen Gesellschft ernsthaft nachgedacht habe, war als ein Frankfurter Radiosender eine Aktion gestartet hatte, in der ein Moderator vor der Frankfurter Alten Oper jedem, der umarmt werden wollte, eine Umarmung schenkte. Ich habe unweit des Geschehens gewohnt und mit eigenen Augen gesehen, wieviele Leute - im fortgeschrittenen Alter aber auch junge! -  brav in der Schlange auf ihre Umarmung warteten. Aktionsgeilheit ist sicherlich nicht auszuschließen, aber trotzdem machte mich dieser Ansturm nachdenklich.

Der Auslöser für diese "Last-der-Welt-Nachdenklichkeit" war der nur wenige Tage zurückliegende Besuch meiner Mutter und meines besten Freundes, die ich schon einige Monate nicht gesehen hatte. Ihr Besuch war natürlich schön aber viel zu kurz, und beim Abschied hat meine Mum geweint (von wem ich das mit dem Überemotionalen habe, ist somit geklärt). Als ich kurz danach an die Routen, die ich eingeschlagen habe, und an geliebte Menschen dachte, die dadurch nicht in meiner Nähe waren und es wahrscheinlich nie wieder (für länger) sein würden, da vermisste ich diese Menschen schrecklich. Sie, die mich zu einem vergangenen Zeitpunkt meines Lebens so verwurzelt haben, wie es jetzt nur noch der Mann an meiner Seite tut. Und trotzdem habe ich diese Menschen verlassen. Um meinen Weg zu gehen. So wie es schon viele vor mir getan haben, so wie es seit der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts in der zunehmend individualistischen Gesellschaft üblich geworden ist.

Ist es berechtigt zu fragen: Ist es das wert? Was macht uns glücklicher: den individuellen Bestrebungen folgen oder in der Nähe geliebter Menschen bleiben? So viele Menschen, die mir nahe stehen, sind einsam. Und die meisten, weil sie irgendwann in ihrer Vergangenheit eine Entscheidung getroffen haben, die sie in dem Moment glücklicher gemacht hat, als geliebten Menschen nah zu sein. Ein paar aber, haben sich einfach mit den Umständen, sprich: den verlassenden Freunden und/oder Famielienmitgliedern, abfinden müssen. Psychologischen Einstufungen zufolge, wären beide Gruppen depressionsgefährdet! Es heißt, wer aus seiner sozialen Gruppe ausscheidet, oder wer sie plötzlich verliert, dem droht die Vereinsamung. Ständiges Hopping, egal in welchem Lebensbereich, egal ob aktiv oder passiv, entwurzelt immer wieder. Es liegt an uns, immer wieder den Anschluss zu suchen und zu finden.

Sonntag, 21. August 2011

Düsseldorf, deine Bäume...

...sind nicht vorhanden.


Wir waren gestern in Köln unterwegs. Dort wohnen zwei Freunde von uns, die letzte Woche den Vorschlag gemacht haben, einen Golf-Schnupperkurs zu machen. Chris hat schon das ein odere andere Mal Golf geschnuppert und für gut befunden und ich dachte mir, muss ja nicht immer Badminton sein. So kam es, dass wir gestern irgendwo in der Nähe von Köln in glühender Mittagshitze in die Welt der Eisen und Hölzer eingeführt wurden, aus der uns unser Trainer Stefan zweieinhalb Stunden später gehandicapped mit einem Sonnenbrand entließ.

Kleine Rückblende: Ms. Braun (Düsseldorf) telefonierte vorgestern mit Ms. Whyte (Frankfurt) –  Tarantino könnte mit uns den Nachfolger seines Debüts drehen: Reservoir Bitches – Ms. Braun erzählte Ms. Whyte von dem bevorstehenden Golfkurs. Ms. Whytes Reaktion: "Ooooh, wie dekadent! Kaum seid ihr in Düsseldorf und schon..." Beide: Lachflash.

Was hat das mit den Bäumen zu tun?

Alles, sag ich euch. Alles! Denn, nach dem Schnuppergolfen, waren wir in Köln City. Und obwohl sich Köln und Düsseldorf von der Gebäudestruktur her ähneln (hiervon schließe ich um Gottes Willen den Kölner Dom aus und meine nur die Verteilung der Alt- und Neubauten und deren 'Charme'), haben 2 Dinge dafür gesorgt, dass ich von Köln im Gegensatz zu Düsseldorf einen positiven Eindruck bekomme: Egal, wo wir waren, immer war ein grüner Fleck da. Wenn nicht ein Park, dann wenigstens ein paar Sträucher oder Bäume. Überall waren Bäume! Und an Plätzen, die sonst so grau wie in Düsseldorf gewesen wären, sorgten die Ents für eine warme, freundliche Atmosphäre. Die Bäume machen den Unterschied! Wirklich.
Aber nicht nur die, auch die Menschen waren anders. Locker, freundlich, und vor allem: stylish aber dabei: natürlich! Ich habe keine 5000 Wasserstoffblondinen im Alter von 30-60 gesehen, die geliftet, 'gesolariumt' und mit Make-Up zugekleistert glauben, sie seien's! Eine allerdings schon ;). Genauso wie ich auch in Düsseldorf schon durchaus authentisch wirkende, coole Leute gesehen habe, die auch einen netten Eindruck gemacht haben. Nur leider prägen die nicht das Bild der Stadt. Sie gehen unter bei so viel Schall und Rauch. Und das ist verdammt schade! Ich kann z.B. nicht verstehen, wieso in einem Viertel mit so viel Potential wie Flingern, Samstag abends so wenig los ist! Gehen die normalen Leute tatsächlich alle freiwillig in die Altstadt, wo sich die Touris und Schickis rumtummeln? Oder ist Düsseldorf wirklich zu klein dafür, in den einzelnen Vierteln alternative Szenen und ein entsprechendes Nachtleben aufzubauen?

Wie auch immer, ich kann's nicht anders sagen: Ein Tag ohne die Masse an mürrischen, arroganten Gesichtern Düsseldorfs hat gut getan. Sorry Düsseldorf – you lose. BUT, I'm beggin' you: Show me another face!


Donnerstag, 18. August 2011

"Ist es okay...

...wenn Stars dazu stehen, dass sie Cannabis rauchen?"

Das ist eine der "Ist es okay-Fragen" aus der neuen Glamour, die ich heute auf der Arbeit bekommen habe. Tja. Und was meint ihr, was die konsumbereite Frau zwischen 15 und 40, die über alle Spinnereien erhabene Nachfolgerin der 68er, die aufgeklärte, die neo-feministische Tussi statistisch darauf geantwortet hat?
36% haben geantwortet: "is' ok." Den Rest kann man vergessen. Wenn noch nicht einmal mehr Stars Drogen  konsumieren dürfen, dann weiß ich echt nicht mehr, wo das enden soll. Oh mein Gott, Paris Hilton raucht Pot! Nach dem schlechten Sex-Video war ja auch mal eine Info notwendig, die sie ein  Stück sympathischer macht.

"Ist es okay...auf der Straße anderen Männern hinterherzuschauen, obwohl der eigene dabei ist?"

Auch hier bleibt die besagte Zielgruppe ihrem erfrischend konservativen Über-Ich treu: 80% sagen NEIN. (Ich sage, ich kucke nur, wenn er zuerst gekuckt hat!)
Ja was läuft hier, habe ich irgendwas verpasst, hat jemand die Zeitmaschine erfunden und wir reisen schon lange wieder zurück Richtung Mittelalter? Wir können doch nicht einerseits permanent Überreizungen ausgesetzt sein und anderersits ständig versuchen müssen, den Reizen zu widerstehen. Wenigstens die harmlosen Dinge müssen uns zustehen! Und wer jetzt meint, ich höre mich an, wie ein verzogenes Kind und ich soll mal erwachsen werden, dem sage ich: Wenn du erwachsen wirst, stirbt dein Herz. Das wussten die schon in den 80ern im Frühstücksclub. So!

Und mein Favorit in dieser Ausgabe:

"Ist es okay...zu verlangen, dass der Lover vor dem Sex immer duscht?" 


76 fucking % sagen: JA!


Aber dazu kann ich jetzt leider nichts mehr schreiben, mein "Lover" müsste gleich mit dem Duschen fertig sein.

Mittwoch, 27. Juli 2011

Wilhelm Busch: summa summarum

Sag, wie wär es, alter Schragen,
Wenn du mal die Brille putztest,
Um ein wenig nachzuschlagen,
Wie du deine Zeit benutztest.

Oft wohl hätten dich so gerne
Weiche Arme weich gebettet;
Doch du standest kühl von ferne,
Unbewegt, wie angekettet.

Oft wohl kams, dass du die schöne
Zeit vergrimmtest und vergrolltest,
Nur weil diese oder jene
Nicht gewollt, so wie du wolltest.

Demnach hast du dich vergebens
Meistenteils herumgetrieben;
Denn die Summe unsres Lebens
Sind die Stunden, wo wir lieben.