Montag, 28. Februar 2011

salon noir des artistes

Die einen lassen sich im angenehmen Ambiente des Salon noir von den Öztürk-Schwestern sowie Jessica Lau verköstigen und von Stefan Wielands  Lichtinstallation erleuchten, die anderen suchen die Erleuchtung nebenan in den Ausstellungsräumen des Atelier Frankfurt. Irgendwann treffen sich alle im Hof zwischen diesen Stationen. Auch hier ist es schnell voll und heiß und ein Hauch Aufbruchstimmung hängt in der Luft. Austausch, Rausch, Plausch - alles ist dabei. Ein ungewöhnlicher Abend mit buntem Angebot und bunten Menschen. In jeder HInsicht inspirierend.


Es wird gefeiert, denn das Atelier Frankfurt wird noch facettenreicher. Salon noir des artistes ist als eine Plattform für den Austausch zwischen Künstlern und Gästen gedacht. Bis vor kurzem veranstaltete die Städelschule in den jetzigen Räumen  des Salon noir die "Freitagsküche" nach dem Berliner Konzept:  Kunststudenten oder andere Vertreter der Kunstszene bekochten hier das Publikum mit einem Drei-Gänge-Menü zu moderaten Preisen.


Das ATELIERFRANKURT ist ein gemeinnütziger Verein und bietet mit seinen 45 Ateliers eine multikulturelle, "internationale Plattform für Produktion und Präsentation von Kunst aller Disziplinen". Momentan laufen dort einige sehenswerte Ausstellungen. Am besten ist, ihr geht einfach mal vorbei und schaut euch das selber an. Hier sind aber schon ein paar Impressionen für euch, die ich im Rahmen der Salon noir des artistes-Eröffnungsgala am Freitag Abend (25.2.2011) eingefangen habe.






Ausstellung art sucks, Marcel Bühler / Berlin
25.02.2011 - 07.04.2011
Ausstellungsraum I im EG





Ausstellung Trespassing, Nathalie Grenzhaeuser
25.02.2011 - 07.04.2011
Ausstellungsraum II im 4.OG





Ausstellung It's terrible how wonderful it is, Shira Zelwer / Tel Aviv (Israel)
25.02.2011 - 07.04.2011
Ausstellungsräume im Keller







PS: Falls euch auffällt, dass ich ein Foto / Werk falsch zugeordnet habe, bitte melden!

Donnerstag, 3. Februar 2011

Alexander Montgomerie: A Description of Tyme (16th ct.)



Tak tyme in tym, or tyme will not be tane;
Thairfor tak tent how thou this tyme suld tak:
Sho hes no hold, to hold hir by, but ane;
A toppe befor, but beld behind hir bak.
Let thou her slippe, or slipperly grow slak,
Thou gettis no grippe agane fra sho be gane.
If thou wald speid, rememember what i spak;
Tak tyme in tyme or tym will not be tane.

For i haif hard in adagies of auld,
That tyme dois waist and weir all things away;
Then trow the taill that trew men oft hes tauld-
A turne in tyme is ay worth other tway.
Siklyk, I haif hard oft-tymis suith men say,
That negligence yit nevir furtherit nane;
Als, seindle tymis luck followes long delayis.
Tak tyme in tyme or tym will not be tane.

Montag, 31. Januar 2011

Per 'advertisia' ad astra

Der erste Monat meines sechsmonatigen Praktikums als Copy Writerin in einer Frankfurter Werbeagentur ist vorbei. Ich stelle feierlich fest: Das Agenturleben ist mein Alltag. Meine tapfere CD lässt mich mittlerweile an verschiedenen Kunden arbeiten.

Wenn ich zu Hause von meiner Arbeit erzähle, dann klingt es schon wie Jammern auf hohem Niveau: Der AD hat heute in Eigenregie die Headline geändert, der andere AD hat einen eigenartigen Geschmack, warum, um Gottes Willen,  erkennt der CD nicht mein Genie, und och Gott, diese Arter, was können die nicht alles mit einem anständigen Texterkonzept anrichten! Jaja... Und die Kunden erst! Diese Produktmanager, die sollen doch bitte erst einmal untereinander ausmachen, wie ihre Produkte denn so sind und welche der vielen non-USPs denn nun zu USPs auserkoren werden sollen, bevor uns jeder eine Korrektur der Korrektur der Korrektur der Korrektur schickt, in der die Korrekturen des vorhergehenden Korrektors korrigiert werden. Alles klar?

Ich habe ja schon immer geglaubt, dass frau mit Werbung die Weltherrschaft an sich reißen kann. Verzeihung, müsste ja aus meiner, weiblichen, Perspektive Weltfrauschaft heißen. Falls mich nicht unterwegs die Müdigkeit überfraut, berichte ich euch von diesem Weg.

PS: God is a woman. 


Sonntag, 23. Januar 2011

Von mIRC zu Ehe 2.0

Deutsch  für 'online'? - An der Leine.
Und deutsch für 'broadband'? - An der langen Leine.

So hat mein Erwachsenwerden angefangen: Online. Mein technik- und computerbegabter Bruder hat es mitten im Nachkriegsbosnien irgendwie hinbekommen, dass wir nicht nur einen richtigen, funktionierenden  Computer hatten, sondern auch einen Internetzugang. Dürstend nach der Welt außerhalb der bosnischen Grenzen - und die hatten teilweise nichts mit Geographie zu tun -, fing ich an zu chatten. Die Plattform nannte sich damalc mIRC. Wikipedia erklärte mir eben, dass es da mittlerweile die Version 7.1 gibt. Ich bin echt verwundert, dass noch irgendjemand mIRCt, denn ich bin nach meiner Ankunft in Deutschland gleich auf ICQ umgestiegen. Dann gab es studiVZ und dann natürlich die große Epidemie: facebook.

Chatten war eine wichtige Stufe meiner Entwicklung.  Ich lernte wichtige Abkürzungen kennen (asl pls waren die ersten); ich übte mich in Geduld in Zeiten von asap (da übe ich immer noch); ich erfuhr, dass Männer Schweine sind (ja gut, das hätte ich sicherlich auch ohne das Internet erfahren). So habe ich es aber in sehr komprimierter Form erfahren. Übrigens: Wer immer noch glaubt, dass nur Frauen bei ihrem Alter flunkern, ist so was von auf dem Holzweg! Ich habe, beispielsweise, als ich ca. 17 Jahre alt war, sehr oft mit einem Österreicher gechattet, der abgesehen davon, dass er mir schöne Gedichte schickte, trotz seiner 26 Jahre aussah wie mindestens mitte 40. Und das auf seinem besten Foto. Dass nur solche (eigenständig) an die Leine gehängt werden, dürfte bekannt sein. Das war nun also noch im letzten Jahrhundert. Dass es aber in diesem nicht anders ist, beweist die Tatsache, dass der Mann, den ich vor ein paar Monaten nach, ACHTUNG WICHTIG: 5-jähriger Beziehung geheiratet habe, als wir uns damals an der Leine kennenlernten 30 war, und heute 40 ist.
Man kann zu Drogen greifen, um die böse, betrügerische Welt an der Leine zu ertragen, normalerweise hilft aber auch schon ein Quantum Humor. So war es bei mir und Chris. Da wir beide schon ewig an der Leine unterwegs waren, und die dann auch noch immer länger wurde, war klar, dass wir zusammengehörten. Heutzutage schreibt er mir über sein iPhone kleine Liebesbotschaften auf die facebook wall, während ich mit Laptop auf dem Schoß seine facebook Fotos kommentiere. Wir nennen das liebevoll Ehe 2.0.

Sonntag, 16. Januar 2011

Silverchair - Freak (Live in Munich 1999)

Freitag, 14. Januar 2011

Vom Praktizieren hirnischen Stürmens...

Dieses Jahr hat bei mir mit einem neuen Job bzw. Praktikum angefangen. In einer Werbeagentur. Es fing, wie es so üblich ist, mit einer Bewerbung an - ganz ohne Vitamin B. Es fing also mit einer Bewerbung an, die schrie: Ich will Textpraktikantin werden und zwar SOFORT! Das Anschreiben - ein Gedicht, ein paar Bilder und, so glaube ich, ganz viel Wortwitz. Noch 10 Seiten Arbeitsproben - kreative Ergüsse aus Unizeiten und Freizeit. Nichts Veröffentlichtes. Zwei oder drei Tage später hatte ich dann einen verpassten Anruf auf meinem Handy. Frankfurter Festnetznummer, keine Mailboxnachricht. Mein Rückruf war erfolglos. Dieses Szenario wiederholt sich einige Tage. Ich hatte inzwischen recherchiert, zu wem die Nummer gehörte. Und dann irgendwann bei einem Rückruf nach verpasstem Anruf: tatsächlich eine Stimme. Woo-hoo! Und am darauffolgenden Tag: ein Vorstellungsgespräch! Woo-hoo-hoo! Und zwei Wochen später: Mein erster Tag in einer richtigen Werbeagentur. Woo-hoo-hoo-hoo-haiiiiiiiiiaaaaa. Und ich hatte schon gedacht, dieser Tag würde nie kommen, ich würde in meinem Call-Center-Job für immer jedes Mal nur vor mich hin träumen müssen, wenn ich eine der Werbeagenturen dran hatte. 

But now "dreams are my reality..."

Jetzt bin ich seit zwei Wochen Textpraktikantin. Ich durfte vom ersten Tag an bei allem dabeisein. Ich bin ein Teil des Teams. Zunächst einmal bekam ich aber jedemenge Lesestoff: Kataloge und Broschüren, die für einen der größten Kunden der Agentur gemacht wurden. Es ist ein Bereich, für den ich mich nie interessiert habe, den ich vielmehr verabscheungswürdig finde. Die ultimative Probe, kannst du texten oder nicht? Wenn ich es bei diesem Kunden kann, dann KANN ICH ES!

Ich finde meine Jobs ín Ordnern, die als 'Kreation' gekennzeichnet sind. Ich werde nach meinen Ideen gefragt. Meine Ideen werden ernst genommen, angenommen und finden ihren Weg in die Texte. Endlich kann ich auch beim professionellen Hirnstürmen mitmachen. Wahnsinn - das gilt auch als Arbeit. Ich denke nach und spreche aus, was mir durch den Kopf geht. Ich feile an Texten herum, suche nach dem besten, passendsten Wort. Und das gilt auch als Arbeit. Meine Arbeit. Ich habe immer noch nicht so richtig begriffen, dass ich nun wirklich eine Erwerbstätigkeit ausübe, die mir SPASS macht! Das ändert alles. Das ändert mich. Scheiße, ich glaube, jetzt gibt es wirklich keinen Bereich mehr in meinem Leben, in dem ich nicht zufrieden bin. Ich glaube, hier ist ein Dank ans Leben angebracht, also:

Danke, Leben!


Sonntag, 9. Januar 2011

alien pillow slips





Gestern war ich mit der Elfe aus Bernem (siehe Post: "Mit Liebe Gemachtes ist..." http://alienheartbeats.blogspot.com/2010/11/mit-liebe-gemachtes-ist.html ) im Karstadt auf Stöffche-Jagd. Die Beute: 3 tolle Funde in schwarz, lila und braun. Letzterer wurde gestern Nacht gleich verarbeitet und das erste Nähprojekt ist heute Morgen um 1:30 fertig geworden. Ich habe mich auch gleich mal an Reißverschlüsse herangewagt - perfekt ist es nicht, aber für den ersten Versuch doch ganz OK. 







Donnerstag, 6. Januar 2011

Charles Baudelaire: Der Vampir

Du, die wie ein Messerstoß
In mein stöhnend Herz gedrungen,
Die wie wilden Heeres Troß
Wüst und prangend mich bezwungen,


Die erniedrigt meinen Geist
Sich zur Wohn- und Lagerstätte;
Scheusal, an das ich geschweißt
Wie der Sträfling an der Kette

Wie der Spieler an die Sucht,
Wie der Trinker an das Glas,
Wie an das Gewürm das Aas -
Sei verflucht du, sei verflucht!

Mir die Freiheit zu erringen,
Flehte ich das rasche Schwert,
Meine Feigheit zu bezwingen,
Hab ich tückisch Gift begehrt.

Gift und Schwert - verächtlich böse
Boten sie mir Wort, die zwei:
Bist nicht wert, daß man dich löse
Aus verworfner Sklaverei

Narr! wenn von der Herrschaft Schrecken
Dich befreite unser Mut,
Würdest du mit frischer Glut
Den Vampir zum Leben wecken.

Sonntag, 26. Dezember 2010

alien stitches, ahoy!

The beginning of a new love

Endlich habe ich wieder eine Nähmaschine. Es ist fast 15 Jahre her, seit ich das letzte Mal ein Nähmaschinenfußpedal betätigt habe. Nun wird wieder genäht! Das erste größere Projekt habe ich schon angepeilt: Es soll ein Rock werden. Bis dahin muss zunächst noch ein bisschen geübt werden.

Freitag, 17. Dezember 2010

Balada kralja Ludila (2006)

(dedicated to and inspired by my best friend )

lude noći
još luđa jutra
natekle oči
za mene još nije sutra
treba se poći
no neće moći
kuća je daleko
a tkivo meko
glava još mekša
a svaka cura sve ljepša
dajte mi više piva, rakije i vina
dajte mi i amfetamina
neću da čujem ništa o kraju
pustite me da ostanem u raju
kako je lijep ovaj svijet
ovdje potok, ondje cvijet
kako je lud ovaj svijet
ovdje suza, ondje smijeh
muzika svira
u usamljeno srce dira
dajte mi nečega
da ne čujem ton nemira
više, više i više mi treba
al’ život ne da, ne da i ne da

curo, dođi, pleši sa mnom
curo, ne gledaj me tako prazno
u tvom srcu tamnom
isto raste čežnja, moja kazno
anđele jutra,
pokaži pijanici put iz prividnog raja
ne budes li – ići će do kraja
dajte konjaka, viskija il’ bijelog
samo ne komadića, molim!
dajte nečeg cijelog

nije htjela ruke moje, moju ljubav
nije dala srce svoje

a ja ludujem, ludim i izluđujem
ne znam više čime da se trujem
da osjetim da živim
bar samo sekundu prije nego umrem

otvaram oči
vidim nju kako pleše u prašini i dimu
kraljica je noći
čini mi se daje smisao svemu
svi smo mi iste pijane budale
gladne ljubavi, očajne u ponekom trenu
pod crvenkasto žutom lampom sve postaje luđe
i uvijek ista sirotinja uđe
u njezinu svjetlost iz mraka
i s licem na kojem je obicno žudnja
nestane iza najbližeg odžaka

postoji svjetlost
postoji nebo
postoje želje
al’ da’l je postojan ijedan dio mene?
ona pleše – da, jos pleše
kako je lijepo kad se nasmiješi
kako me ogrije sunce njene sreće
u sred mraka, dok gazim u smeće
ona je nijema, šarena ptica na izmaku noći
 zabija kanđe u ponore moje svijesti
magija izbija kroz njene oči
ja oživljavam dok se ona u meni gnijezdi

vidim smisao u svemu
u besmislici i duboko u boci
u sred noći i na pomolu dana
kako je dobra ova duševna hrana!
živjela iluzija ispunjenih dana
živio bol zaraslih rana